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Zensursula: Teil 2 – Cleanfeed, DNS, DPI

by apoc · oktober 5 2009 · one comment

Die mit Lügen und Erpressung der Provider gegen alle Vernunft durchgepeitschte, grundgesetzwidrige unkontrollierbare deutsche Zensurinfrastruktur wird gerade vom “zuständigen” BKA in aller Heimlichkeit geplant und wird genauso heimlich von den Providern implementiert werden. Das die erstmals angedachten DNS-Sperren vollständig wirkungslos sind, darüber sind sich wohl alle einig, genauso eindeutig ist es wohl das die DNS-Sperren nur den Einstieg hin zur Schaffung eines ausgefeilten Zensursystems mit Vorbild der Great Firewall of China sein wird. Schon jetzt vermuten einige das ein Cleanfeed Modell nach britischen Vorbild geplant ist.
Die Befristung auf 3 Jahre hilft natürlich auch nicht, entweder nach 3 Jahren stellt sich heraus, das es nur wenig gegen “Kinderpornographie” geholfen hat, dann muss noch mehr und tief greifender gesperrt werden, oder die Verbrechensstatistik (die im übrigen ohnehin vom BKA “erstellt” wird) geht zurück, dann war es ein Erfolg und muss genauso weitergeführt werden.

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Cleanfeed - Bildquelle: Wikimedia Commons

Das Cleanfeed System wird von Providern in England eingesetzt um z.B.: bestimmte Wikipedia Artikel zu blockieren. Welche wahrscheinlich regimekritischen Seiten noch so alles gesperrt werden weiß man natürlich nicht, da die geheimen Listen(der IWF), natürlich nicht unabhängig kontrolliert werden. Cleanfeed filtert nach der IP und URL, was durch eine Kombination aus konventionellen IP-Filtern und Proxy-Servern ermöglicht wird. Zunächst wird der Traffic nur nach IP-Adressen gefiltert, bestimmte Verbindungen werden schon hier blockiert, andernfalls wird der fragwürdige Traffic durch ein Arsenal an transparenten Proxy-Servern geleitet(Man-in-the-middle-Angriff auf HTTP) die mit einer Blacklist ausgerüstet bestimmte URLs blockieren.

In China z.B. wird noch einen Schritt weiter gegangen, so wird jedes IP-Paket von DPI-Hardware genau untersucht, enthält es unerwünschte Suchbegriffe oder Inhalte wird von dem zensierenden Backbone TCP-RST-Pakete gesendet, die so die fragliche TCP-Verbindung sofort beendet. So implementiert die chinesische Suchmaschine Baidu dies bereits auf Server-Seite. Wer auf Baidu.com nach “Falun Gong” sucht, dessen Verbindung wird für einige Minuten gesperrt.
Beim Deep Packet Inspection wird jedes vorbeikommende Paket auseinandergenommen, so kann beispielsweise festgestellt werden ob es sich um eine HTTP Verbindung handelt und welche URL angefordert wird oder welche Daten gesendet werden. Das allein ist natürlich ein krasser verstoß gegen die Netzneutralität sowie gegen jedes noch so aufgeweichtes Fernmeldegeheimnis. Zum Vergleich, das wäre wie wenn die Post jeden Brief unbemerkt öffnet und nach bestimmten Stichworten durchsucht. Wenn es schon unbedingt DPI seien muss, dann wenigstens Open Source, dachten sich wahrscheinlich die Entwickler des OpenDPI Projektes :)

Im letzten Zensursula-Artikel habe ich mich mit den DNS-Filtern beschäftigt, insbesondere wie man einen eigenen DNS-Cache-Server betreibt der die Zensur über DNS verhindert. Wie erwähnt handelt es sich dabei nur um den Einstieg, die Einführung von Cleanfeed/DPI kann die Zensur wieder akut werden lassen, selbst mit eigenem DNS-Server. Wie es technisch geht hat jüngst Vodafone in ihrem UMTS Netz gezeigt, sie fangen jede Anfrage über Port 53 ab und leiten sie an ihre eigenen DNS-Server weiter.

Das Einzige wirksame Mittel gegen diese fortgeschrittenen Zensur Bemühungen, ist es den eigenen Traffic möglichst zu verschleiern, im einfacheren Fall seinen Traffic verschlüsselt über Rechner im Ausland zu leiten, bspw. über HTTP oder Socks4/5-Proxy-Server. Die Meisten Zensur-Regime sperren deshalb ebenfalls bekannte Ausländische Proxy bzw. Anonymisierungs-Dienste(Socks, VPN-Dienstleister oder Tor-Nodes) auf IP-Ebene.
Mittlerweile gibt es eine ganze Flut von VPN-Providern die bezahlte Zugänge zu Ausländischen VPN-Servern bereitstellen, Ivacy war hier auch schon Thema. Explizit erwähnen will ich hier außerdem Perfect-Privacy die zwar etwas teurer sind, aber dafür sehr schnell und Zugriff zu über 20 weltweit verteilten Servern bieten.

Auf FileShareFreak und Daten-Speicherung.de gibt es Listen von VPN-Providern. Wem es statt einer Zensur zu umgehen, um wirkliche Anonymität geht, reichen diese Anbieter nicht aus. Nur ein Onion Routing kann wirkliche Anonymität gewährleisten, z.B.: Tor oder JAP/JonDo. Diese haben natürlich den Nachteil, extrem Langsam und unzuverlässig zu sein. Daneben gibt es mit Xerobank einen Bezahl-Anbieter für schnelles Onion Routing.

Update: Auf ZDNet gibt es einen guten Artikel darüber, wie weit die DPI-Manipulationen bei den UMTS-Anbietern, wie Vodafone mittlerweile gehen. (via Netzpolitik)

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bitlet.org privacy

by nks · august 29 2008 · leave a comment

Ich nutze gerne den BitTorrent-Client “BitLet”, wenn ich an maschinen ohne installierten BiTorrent-Client arbeite. Wirklich genial und einfach. Zeigt sehr schön wie man mit Java auch nicht resourcenfressende Ressourcen-schonende torrent-Clients schreiben kann, im Gegensatz zu Azureus/Vuze. Ich nutze BitLet recht häufig jedoch bereitet mir schon seit längerem sorgen, dass auf der Startseite eine history der letzten torrents liegt. Das ist natürlich sehr praktisch fürs resumen bzw. um den aktuellen stand des Downloads zu sehen und ihn bei bedarf zu loeschen oder zu resumen, allerdings liegen diese taten auf dem Server von BitLet.org.
BitLet hat somit auf ihren Servern eine Datenbank laufen die die IPs logt mit denen die User ihre Downloads tätigen und die entsprechenden namen der .torrent-Files (mit ausgelesenen meta-Daten und download-fortschritt). Das wird vermutlich über ein Cookie realisiert.

Also ab und zu mal Cookies löschen…

Bleibt abzuwarten was sich daraus ergibt.

links:

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